Sunday, August 2, 2026

[DE] Kühlkörperflächen-Rechner für LED-Leuchten

Ein durchdachtes Wärmemanagement ist das Fundament jeder zuverlässigen LED-Beleuchtung. Wenn ein LED-Chip überhitzt, beschleunigt sich seine Alterung um das Zehnfache. Doch wie bestimmen Sie die exakt benötigte Größe Ihres Aluminium-Kühlkörpers? Eine massive Überdimensionierung verursacht unnötige Kosten und Gewicht, während zu knappe Kalkulationen Ihre LEDs an heißen Sommertagen gefährden.

Um Ihnen Schätzungen und komplexe Berechnungen zu ersparen, haben wir dieses Online-Tool entwickelt. Im Folgenden erklären wir die physikalischen Grundlagen und zeigen, wie die exakte Berechnung Ihren DIY-Leuchten vor dem Hitzetod schützt.

Elektrische Leistung ist nicht gleich Wärmeleistung

Bei der Dimensionierung eines Kühlkörpers gehen viele Nutzer zunächst von der elektrischen Nennleistung aus. Bei einem 100-Watt-Quantum-Board scheint es intuitiv, 100 Watt Wärme abführen zu müssen. Nach der alten Faustregel „30 Quadratzentimeter pro Watt“ wird oft ein Profil mit 3000 cm² Oberfläche gesucht.

LEDs sind jedoch keine Glühbirnen, die fast die gesamte Energie in Wärme umwandeln. Modernste High-End-Chips (z. B. von Samsung, Cree, Osram oder Seoul Semiconductor) erreichen eine Effizienz (WPE — Wall-Plug Efficiency) von 50 % bis 80 %.

Was bedeutet das in der Praxis?

Bei einem hochwertigen 100-Watt-Board mit 60 % Effizienz werden 60 Watt in reines Licht umgewandelt. Lediglich die restlichen 40 Watt fallen als Abwärme an, die abgeführt werden muss.

Dementsprechend muss die Kühlung nur für 40 Watt (bzw. rund 50 Watt inklusive Sicherheitsreserve) ausgelegt werden. Die klassische 30-cm²/W-Regel reduziert sich bei modernen Top-LEDs auf ca. 25 cm² pro elektrischem Watt. Bei preiswerten COB-Matrizen liegt die Effizienz hingegen selten über 20–30 %, sodass von 100 Watt Eingangsleistung 75 Watt reine Wärme entstehen.

Warum die Sperrschichttemperatur so entscheidend ist

Die Temperatur direkt im LED-Chip (Tj — Junction Temperature) entscheidet über die Lebensdauer der Leuchte. Die Datenblätter nennen meist Höchstwerte um 105–120 °C, was jedoch die absolute Belastungsgrenze vor einem Defekt darstellt.

Der optimale Arbeitsbereich, in dem LEDs ihre Nennleistung erreichen und 50.000 Stunden zuverlässig arbeiten, liegt zwischen 65 °C und 85 °C. Je kühler der Chip, desto höher der Wirkungsgrad.

Folgen einer Überhitzung:

  • Verlust der Leuchtkraft: Mit steigender Temperatur emittiert der Halbleiter bei gleichem Strom weniger Photonen. Eine Erwärmung von 50 °C auf 100 °C kann bis zu 10 % Lichtverlust verursachen.
  • Degradation des Leuchtstoffs: Die gelbe Phosphorschicht über dem blauen LED-Chip trübt durch Überhitzung ein oder verbrennt, was zu einem unschönen Blaustich führt.
  • Abreißen der Bonddrähte: Ständige Temperaturwechsel können durch thermische Ausdehnung die feinen Golddrähte im Inneren des Gehäuses durchtrennen.

Der Wärmepfad einer LED


Der Weg der Wärme vom Chip (Tj) bis zur Umgebungsluft (Ta) führt über mehrere thermische Barrieren (Wärmewiderstand in K/W):

LED-Chip → Chip-Substrat → Aluminium-Leiterplatte (MCPCB) → Wärmeleitpaste/-pad → Kühlkörper → Umgebungsluft.

Unser Rechner übernimmt alle Berechnungen und berücksichtigt die einzelnen thermischen Widerstände automatisch.

Den Online-Kühlkörperrechner nutzen

Das Widget vereinfacht die thermische Auslegung erheblich:

  • Geben Sie die gesamte elektrische Systemleistung ein.
  • Wählen Sie den LED-Typ oder die Effizienz (WPE), um die reale Abwärme zu ermitteln.
  • Definieren Sie die Umgebungstemperatur (25 °C für offene Räume, 30–35 °C für geschlossene Growboxen).
  • Bestimmen Sie die gewünschte Sperrschichttemperatur Tj (empfohlen: 70–85 °C).

EMPFEHLUNG: Addieren Sie zur berechneten Oberfläche einen Sicherheitsaufschlag von 10 %. Das kompensiert die Unterseite des Kühlkörpers, die durch montierte Module oder Optiken verdeckt wird.

Drei wichtige Konstruktionsaspekte für Kühlkörper

1. Bodenstärke (Wärmespreizung)

Bei leistungsstarken Systemen (ab 50 W) muss die Wärme schnell vom Zentrum zu den äußeren Rippen geleitet werden. Dünne Bleche (2–3 mm) neigen zu Hitzestaus. Wählen Sie Stranggussprofile mit mindestens 4–6 mm Bodenstärke oder integrierten Kupferkragen.


2. Rippenabstand (Konvektion)

Für eine passive Kühlung ohne Lüfter muss die Luft ungehindert zirkulieren. Ein Rippenabstand unter 6–8 mm führt zu einem Hitzestau zwischen den Lamellen. Sehr eng stehende Rippen funktionieren nur mit aktiver Lüftung.

3. Oberflächenbeschichtung (Eloxierung)

Wärme wird über Konvektion und Infrarotstrahlung abgegeben. Eine schwarze Eloxierung erhöht den Emissionsgrad und senkt die Temperatur im passiven Betrieb um weitere 1–2 °C im Vergleich zu blankem Aluminium.

Eine fundierte Berechnung schützt vor vorzeitiger LED-Alterung. SPECLED möchte den Bau von Pflanzenlampen vereinfachen und professionelles DIY für jeden zugänglich machen.

No comments:

Post a Comment